Offensivfeuerwerk zum Zunge schnalzen

• HSV Alzey 3 - TV Nieder-Olm 4 31:21

„Falsches Team“ kämpft bei Handball-WM um Viertelfinaleinzug.

Nach dem Unentschieden der Vorwoche, auch als „Thriller von Nieder-Olm“ in die Annalen eingehend, stand der Talentschmiede Herren 3 die befürchtet schwere Trainingswoche bevor. Während die interne Aufbereitung bereits unter der Dusche in der Stadt des Landkreises Mainz-Bingen begann, ihre Fortsetzung im „China Dynasty“ in Saulheim fand, hatte das Unterstützungsteam von Chefcoach Volker Ahr bereits Stunden später ganze Arbeit geleistet. Jeder Spieler fand in seinem E-Mail-Account einen Zusammenschnitt des Spiels mit Sequenzen des eigenen Tuns. Eine Bearbeitung/Abarbeitung bis zum donnerstäglichen Training wurde vom Headcoach vorausgesetzt,um überhaupt eine realistische Chance zu haben um in den Kader für´s WE zu rutschen. Wie befürchtet, hatte es die Trainingseinheit dann in sich. 21 „Spielwillige“ stellten sich dem zu erwartenden Powertraining und so war es wenig verwunderlich das die Einheit mit Sprintübungen mit Ball
( gemeinhin auch als Fußball bezeichnet) begann. Völlig geschlaucht, zuweilen auch von Krämpfen geplagt, trennte sich hier frühzeitig die „Spreu vom Weizen“, doch aufgeben kam nicht in Frage, dem Coach die Aufgabe der Kaderzusammenstellung so schwer wie möglich zu machen war die Devise. Spätestens beim Einwerfen der Torhüter hatte auch der Letzte erkannt, was die Stunde geschlagen hatte. Ex-König Guido bemängelte die „Streuung der Würfe“, die auf sein Tor kam, lautstark. Die Werfer, zuweilen nun völlig verunsichert, erkannten aber, das im Tor gerade ein Konkurrenzkampf lief, in den man sich tunlichst nicht einmischen sollte. Somit war ab nun „höchste Konzentration“ beim Torwurf angesagt, die Wand hinter dem Tor der ASS “wirkte irritiert“. Der Donnerstag war eigentlich immer der Tag der Woche, wo ihrer Steine die größt mögliche Schmerzen zugefügt wurden, es folgte „Wellness für die Wand“ und „Saures für die Torhüter“. Hinweis für die Torwächter: Wenn ihr im Training Bälle beim „warmwerfen“ halten wollt müsst ihr euch auch da hin bewegen wo wir hin schießen, wo kämen wir Spieler denn hin wenn wir „auf euch“ werfen, das behalten wir uns für die gegnerischen Torhüter bei den Spielen auf. Kleiner Tipp von mir: Jeder von euch hat eine Haushaltsleiter oder Stehleiter zu Hause, bringt die mit und alles ist gut…
Die einführenden kritischen Worte des Coaches im Ohr ( offensichtlich las er aufmerksam die Presseberichte mit… ) wurde nun bei jeder Möglichkeit auf´s Gaspedal des Tempos gedrückt. Keine noch so banale Übung lief pomadig ab, negativer Nebeneffekt des Tuns, die technische Fehlerquote schnellte in die Höhe. Gut daher, das Boldini erstmals wieder im Training auftauchte, dafür war Fantomas wieder verschwunden aber 2 weitere „Jungtalente“ lechzten um Aufnahme in den elitären Kreis der „Handballweisen“ aus Alzey. Die einzig regelmäßig trainierende Aktivenmannschaft des HSV Alzey, überlegt nun, einen temporären Aufnahmestopp zu verhängen, evtl. schlummert aber hier auch noch nicht erkanntes Personal zur Vervollständigung/Ergänzung der „dünnen Spielerkader“ der H1 und H2…..
Das Trainingsende, alle Anwesenden waren geschlaucht/müde/erschöpft/ausgepowert, hielt als Belohnung eine „isotonische Spende“ des Ex-Königs Guido parat. Ob damit ein Aufstellungsbestechungsversuch einherging ist nicht überliefert, war den Spielern aber weitestgehend egal. Körperlich gezeichnet ging es unter die Dusche und danach zum fachsimpeln zu einem „stadtbekannten Griechen“. Die Erschöpfung wich langsam aus den geschundenen Körpern, nach Ausspielung des Paschgewinnes ( Sieger El Pulpo ) sorgte der größte jemals ausgespielte „Die Brüh muss weg-Gewinn" für Furore. Das der Sieger „Prinz Müller“ diesen nun für den bevorstehenden Geburtstag seiner Lebensgefährtin aufsparen will ist eine tolle Geste, lasst euch den edlen Tropfen schmecken.
Der Tag der Revanche rückte näher und jetzt machte sich die exzellente Hallenplanung bezahlt. Die Partie der Herren 1 wurde als Vorspiel ins Rahmenprogramm aufgenommen. Während die Ränge da zu Anfang nur sehr spärlich gefüllt waren, setzte Mitte der zweiten Halbzeit ein regelrechter Run auf den Tribünenplätzen ein. Ja das Publikum der Herren 3 weis wann es wo zu sein hat. Abpfiff des Vorspiels und dann war klar, gibt eine „heiße Kiste“ heute. Das brodeln auf den Zuschauerrängen unterstützte die knisternde Stimmung die sich im weiten Rund der RS Alzey ausbreitete. Für leichte Irritationen sorgte das Erscheinen des Schiedsrichters, ein „Jungtalent“ wurde mit der Aufgabe betraut dieses Spitzenspiel zu leiten. Im Nachhinein muss ihm eine über weite Strecken tadellose Leistung bescheinigt werden, er darf wiederkommen.
Letzte Besprechung vor dem Anpfiff und da wurde es konkret, energische Worte des Coaches, nochmal den „neuen Spielzug“ gedanklich durchgehen, sich von der Kulisse nicht beeindrucken lassen, einfach cool bleiben. Das ist immer so leicht gesagt, nicht jeder der Anwesenden ist es aber gewohnt vor einem solch enthusiastischen Publikum zu spielen das einem von der ersten bis zur letzten Spielminute nach vorne peitscht.
Die Aufstellung wurde jetzt bekannt gegeben und die „spielerische Variante“ sollte mal anfangen, Ex-König Guido im Tor die „Hütte vernageln“. Beim Anpfiff aber war schnell klar, auch unsere Gäste griffen tief in die Taktikkiste und hatten sich einen „neuen Torhüter“ besorgt. Somit war die Fehleranalysen der Vorwoche bezüglich der eigenen Wurfbilder Makulatur, Stunden der Vorbereitung im vereinseigenen Schneideraum umsonst, alles „auf Null“. Nun denn, mit dem Anpfiff war für Alle ersichtlich, die Herren 3 „brannten“. „The Müllers“ auf den Aussenbahnen sollten die erste taktische Finesse sein die unsere Taktikabteilung bereit hielt. Und jetzt stach ein weiterer Trumpf dahingehend das die Halle frühzeitig wegen Erreichung der Zuschauerkapazitäten geschlossen werden musste. Die Eltern und Schwester von „Prinz Müller“ wurden von der Security am Eingang abgewiesen, befreit von dem „innerfamiliären Druck“ trumpfte unser Prinz auf. Das erste Tor ging auf sein Konto, das zweite leitete er mit einem beherzten Sololauf ein. 2:0 stand es und auf den Rängen hörte man zum ersten mal „Oh wie ist das schön“. Die Gäste zwar beeindruckt, aber auch die erzielten nun ihre ersten Tore. Doch die Herren 3 waren an dem Tag motiviert bis in die Haarspitzen, jetzt hieß es Tempo, Tempo, Tempo, beim 13:5 erhellten sich erstmals die Gesichtszüge beim Trainerstab, jetzt sollte zum Ende der ersten Hälfte der „neue Spielzug“ auf Einsatztauglichkeit getestet werden. Die Verwirrung die damit gestiftet werden sollte betraf aber eher das eigene Spiel als das des Gegners. Der finale Pass geriet zur Improvisation, frei nach dem Motto: Mach was draus, spiel die Kugel aber bitte nicht zu mir zurück.
Hier liegt eindeutig Verbesserungspotential brach, zu diesem Zeitpunkt war man im VIP-Bereich aber schon lange zu Kaviar und Sekt übergegangen. Ein direkt verwandelter Freiwurf zum 18:10 Pausenstand sorgte noch einmal für höflichen Applaus von den Rängen.
Pausenansprache: Der Coach beglückwünscht uns zu 18 erzielten Toren in Halbzeit 1, im Hinspiel hätten wir im gesamten Spiel nur 21 Tore erzielt. Den Einwand das die auch heute noch erreichbar wäre wurde argumentativ nicht widerlegt. Weiter so spielen und die ersten personellen Wechsel wurden bereits namentlich angekündigt.
Der Coach wollte mitspielen, dabei war es lange nicht klar ob es dazu in irgendeiner Weise kommen könnte. Das Aufstellungspuzzle der Nationalmannschaft wurde bei den Herren 3 durchaus kritisch verfolgt. Der freie Platz im Nationalteam wurde dann aber mittels Nachnominierung , Gott sei Dank, mit dem falschen Linkshänder besetzt. Ein gewisser Holger Glandorf sollte den Kader verstärken, kollektives Aufatmen in der Volkerstadt, was wäre gewesen wenn es nicht zu dieser fatalen Fehleinschätzung gekommen wäre ? Einfache Antwort: Katar wäre im Achtelfinale ausgeschieden und Alzey hätte evtl. einen Medaillengewinner mittels Autokorso ehren können.
Die zweite Hälfte wurde nun eher verwaltet als gestaltet. Das spielerische Feuerwerk der ersten 30 Minuten forderte seinen Tribut. „Prinz Müllers“ Eltern hatten nun Zugang zur Halle bekommen, der Vorteil bei freier Platzwahl und nicht nummerierten Plätzen. Das ab jetzt aufgenommene Videomaterial dürfte wenig Aussagekraft für die nächsten Partien haben.
Der Vorsprung pendelte sich nun bei 10 Toren ein und hatte beim 31:21 Endstand auch noch Bestand. Shakehands mit den Gästen, auf die Durchführung „der Humba“ wurde mangels körperlicher Erschöpfung verzichtet. Der Sieg verbreitete sich in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer, ein Alzeyer Italiener ( vielen Dank nochmal an das „La Nave“ ) verlängerte daraufhin seine Öffnungszeiten um die Feierlichkeiten in seinem Restaurant zu ermöglichen. Ein HSV-Vorstandsmitglied war auch schon zugegen und lies sich spontan zu einer Mannschaftsspende für die donnerstägliche Punktomatrunde hinreißen ( auch hierzu nochmal vielen Dank, solch spontanen Gesten werden immer wieder mehr als wohlwollend zur Kenntnis genommen, sind sie doch in der heutige Zeit alles andere als selbstverständlich ). 10 Punktejäger feierten bis in die Morgengrauen den Sieg, wohlwissend das ab Donnerstag wieder der Ernst des Lebens bevorsteht.
Die nächste schwere Aufgabe wartet am 11.02.17. Im „Keller des Grauens“, wie die Spielhalle im Schloßgymnasium Mainz auch gerne genannt wird, heißt es Farbe bekennen. Die Abfahrtszeiten des Fanbusses bitte unter fragen@hsv-alzey.de eruieren, für Inhaber von VIP-Karten ist die Mitfahrt kostenlos, die Fangruppe "H3-Supporters" wendet sich bitte für die Sammelbestellung der Eintrittskarten, und der damit einhergehenden Rabattierungsstaffel an marc@hsv-alzey.de . Bitte beachtet das es sich hierbei um ein sogenanntes Risikospiel ( analog Lerchenberg ) handelt und nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung steht.

Die Spieldaten für unsere Statistiker:

Tor: König Hans Moritz und Ex-König Guido Schmidt
Feld: Stephan Boldin (2), Thomas Müller (3), Dieter Jacob (2), Volker Ahr, Flo Kosiol (6), Dirk Egner (7/2), Michael Müller, Ecky Hofrath (4), Robert Dvorak (3), Torsten Hanzlik (3/1), Heiko Jung