Großdemos beeinträchtigen Spitzenspiel !

• HSV Alzey 2 - GW Büdesheim 3 29:23

Beim Abschlußtraining am vergangenen Donnerstag sickerte es bereits durch, für die Spitzenpartie gegen die DJK GW Bingen-Büdesheim III waren zwei Großdemos angekündigt und von den zuständigen Stellen auch genehmigt worden. Da beide um die Rundsporthalle herum stattfinden sollten, erschwerte dies natürlich den Zugang zur Halle.
Am „Eingang Mehlbergweg“ hatte sich eine kleine Gruppe Protestler mit selbsgemalten Schildern versammelt. „Keine Kamelrennen in Alzey“, oder „Ihr seid die Kamele“ stand da zu lesen .
DIE Presse hatte ja letzte Woche exklusiv über die angedachten baulichen Veränderungen bezüglich der Kapazitätserweiterung in/auf der Alzeyer Rundsporthalle berichtet. Das mediale Echo blieb folglich nicht aus, zahlreiche Kamerateams aus dem In-und Ausland berichteten live vor Ort.
Ein Durchkommen zur Halle, ohne eine Interviewanfrage der Journalisten zu beantworten, war nahezu unmöglich. Ein ebenfalls anwesender Mitarbeiter der Genehmigungsbehörde konnte aber die Woogen etwas glätten. Zwar läge ein Antrag auf Durchführung der Rennen auf dem Dach der Rundsporthalle vor, allerdings seien viele Rückfragen nicht annähernd geklärt bzw. beantwortet. So ginge es zum Beispiel darum an welcher Stelle der Kamelaufzug zum Transport der Tiere auf das Dach angebracht werden soll. Desweiteren stehen Kamelen wohl längere Ruhezeiten zu wenn ein Höhenunterschied von mehr als 5 Metern in weniger als 30 Minuten getätigt wird. Die Kamele bekämen sonst eine Art Höhenkoller durch die rasant verminderte Sauerstoffzufuhr, was sich letztlich auch leistungsmindernd auf deren Rennfähigkeit auswirken würde.
Bei weiteren Nachfragen eines Demonstranten, bezüglich der Finanzierung eines solchen Großprojektes verwies der Mitarbeiter auf die Antragsteller. Götz Pönitz als Hauptinitiator ergriff die Möglichkeit ein paar Worte an die Anwesenden zu richten. Selbstverständlich könnte er die Einwände verstehen, ebenso selbstverständlich könnte er aber vermelden das die Finanzierung absolut solide sei. Man habe, um eine größtmögliche Transparenz in der Öffentlichkeit zu erlangen, extra eine Internetseite freigeschaltet ( Anmerkung der Redaktion: http://kamelrechner.eu/de ) wo klar ersichtlich wäre, wie sie sich die Finanzierung vorstellten. Zumindest dies beruhigte die Anwesenden, allerdings scheinen doch noch einige organisatorische Fallstricke auf die Umsetzung des Projektes zu lauern.

Am „Eingang Frankenstrasse“ verlief zeitgleich die zweite Demo; und hier war die Stimmung erheblich aufgeheizter. „Südtribüne nur für uns“, „Wir brauchen keine VIP´s“, „Pro Stehtribüne Nord“ waren nur einige der Banner die in die Höhe gehalten wurden. Götz Pönitz war mittlerweile auf die andere Hallenseite geeilt. Die aufgeheizte Athmosphäre gipfelte in der Aussage das die Stimmung durch die zusätzlichen VIP-Logen noch schlechter werden würde als sie eh schon wäre. Offensichtlich war jedoch auch ein Investor zugegen der Götz rhetorisch zur Seite sprang. Uli H. ( vollständiger Name der Redaktion bekannt ) nahm ein bereitgestelltes Megaphon und legte los:

Was bildet ihr euch ein?! Was glaubt ihr, wer ihr seid?!“ Weiter: „Für die Scheiß-Stimmung seid ihr selber verantwortlich!“ Und weiter: „Was glaubt ihr denn, wer dafür sorgt, dass ihr für sieben Euro in die Nordkurve dürft? Die Leute in der Loge, denen wir das Geld aus der Tasche ziehen!“

Wow, ein sensationeller Auftritt, die vorher noch tobende Menge war nunmehr mucksmäuschenstill, offensichtlich hatte Uli den Krakeelern den Zahn gezogen. Langsam aber sicher ebneten sich die Zuschauer den Weg in die Halle. Bei der „Kameldemo“ gab es mittlerweile kostenloses Ponyreiten für die Kleinsten unter den Besuchern, die „Südtribünengegner“ verbrüderten sich mit den „Nordtribünenfans“, auf dem Großparkplatz hatte Tippunwin flugs einen Infostand aufgebaut. Für nur 2Euro konnte man eine Wette darauf abschließen ob die Genehmigung der Kamelrennbahn noch in diesem Jahrzehnt erfolgen würde. Kurz darauf musste der Stand schon wieder abgebaut werden. Fünf LKW´s mit arabischen Kennzeichen fuhren vor, einer der Fahrer fragte in die Runde: Wer hatte Sand für Kamelbahn bestellt….?

Von all dem war in der Halle nur bedingt etwas zu spüren, allerdings war augenscheinlich das viele Sitzplätze bis kurz vor dem Anpfiff noch frei waren. Erst ganz langsam strömten die Fans in die Halle.
Das HSV-Team hatte unter der Woche mit mentalen Problemen zu kämpfen. Nach dem Lercheberschspiel waren die Akkus erst einmal leer, zu kraftraubend war die Partie gewesen, der sich daran anschließende Interviewmarathon hinter lies ebenfalls seine Spuren.

Ex-König Hans war dies alles egal, ausgeruht, fokussiert und mit dem festen Willen beim nächsten Topact ( gegen Lerchebersch war er verhindert ) eine tragende Rolle zu spielen, übernahm er wieder wortgewandt die Begrüßung der Gäste, des Schiedsrichters und der Zeitnehmer sowie der anwesenden Fanlager beider Seiten.

Und so sollte es dann pünktlich unter der Leitung von Philipp Kern als Schiedsrichter los gehen. Die Gäste legten zum 0:1 vor, der HSV konterte mit 3 Siebenmetern in Folge, zwei davon konnte Dirk Egner verwandeln, zum 2:1. Bereits früh wurde deutlich, abschütteln liesen sich die Gäste nicht. Der HSV legte vor, meist kam es postwendend zum Ausgleich. Das HSV-Umschaltspiel in dieser Phase zu hektisch und zu ungenau. Die jungen „Konterstürmer“ ( L. Fuchs und Raketen-Max ) zogen eine Fahrkarte nach der anderen am Ticketschalter. Wahrscheinlich waren sie aber einfach zu schnell unterwegs, Raketen-Max meinte seine Kniescheiben wären eher im Tor als der Ball. Kann sein, ist aber unerheblich weil mit Kniescheiben im Tor ( auch wenn es zwei sein sollten ) keine Erhöhung der Trefferanzeige auf der Anzeigentafel einher geht. Die Auszeit der Büdesheimer nach 17 Spielminuten, Spielstand 6:6,war daher eher dafür geeignet, die Unkonzentriertheiten im HSV-Spiel nochmals zu benennen. Das Siebenmetertor zum 10:8 ( wieder durch Dirk Egner ) war dessen letzter Strafwurf an diesem Tag. Nervöses, nicht regelkonformes, Fußzucken verhinderte eine weitere Ausführung. Den nächsten Strafwurf verwandelte deswegen das Nordlicht zum 11:8. Ein „fuchssches Kontertor“ zum 12:8 und das Nordlicht zum 13:9, was sollte bei dem Spielstand noch schief gehen ?
Nun, die Tatsache das man innerhalb weniger Minuten mal das ein oder andere ausprobieren kann, beim Probieren ist ein Scheitern aber nie auszuschließen, das wussten wir dann wenig später auch
( Halbzeitstand 13:12 ).
Halbzeit zwei begann mit dem Büdesheimer Ausgleich. Doch jetzt drehte unser Kroate auf, ich sag mal so:
Dragi moj Robert, to je sjajna ideja. Ako je naš backcourt opasno za cilj, to će imati koristi od naše igre. Ovo je svakako dan, a novine žele nastavak u sljedećim igrama.

Als Raketen-Max beim 18:14 seine Fehlzündungen einigermaßen im Griff hatte, schlug das Pendel dann doch Richtung HSV aus. Jetzt wurde auch deutlich, die „Rakete“ hatte den falschen Knopf in seinem Spielprogramm gedrückt. Der Umkehrschub war eingeschaltet, klar das es da nur mit Aussetzern nach vorne ging, dafür war das Rückzugsverhalten ( logisch bei der programmierten Einstellung ) sehr gut. Für die Zukunft werden wir vor den nächsten Spielen einen persönlichen Checkup durchführen. Neben dem Kroaten entdeckte nun das „virusbefreite“ Nordlicht seine Wurfgenauigkeit wieder. Bei den Siebenmetern gibt es noch Nachholbedarf bezüglich des anzuvisierenden Zieles aber das kann man ja im Training mal übern, ansonsten hat DIE Presse wenig Anlass zur Kritik ( das nächste Mal aber bestimmt wieder.... ).
König Volkers Treffer zum 26:19 wischte alle Zweifel bei Seite, der Rest des Spieles geriet zum Schaulaufen. Die Auszeit des Teamchefs bei Spielzeit 56:43 und Spielstand 28:21 verwirrte Gäste und Gastgeber gleichermaßen. Nur dem nun in der Halle anwesenden Tippunwinbeauftragten dämmerte es, sollte da, ein zugegebenermaßen durchsichtiger Deal bezüglich des Spielausganges getroffen werden ? Ein vergebener „Nordlichtsiebenmeter“ unterstützte die These eher als das es sie widerlegte. Doch da war auf unsere Katze im Tor verlass, um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen lies er den finalen Gästewurf passieren, Endstand somit 29:23.

Somit 5:1 Punkte aus den ersten 3 Saisonspielen und die Frage: Sind wir schon ein Spitzenteam ?
Radio Eriwan würde darauf antworten: Im Prinzip ja, aber wartet das nächste Spiel ab.
Dieses findet am kommenden Sonntag um 18.35 Uhr in Nieder-Olm statt. Eine wegweisende Partie für den weiteren Saisonverlauf ?

Für den HSV Alzey spielten:
Tor: Jürgen Söhnle und Hans Moritz
Feld: Max Laubner (2), Sascha Weinmann, Thomas Müller, Michael Müller, Dirk Egner (3/3), Ecky Hofrath (7), Robert Dvorak (5), Torsten Hanzlik (8/2), Lukas Fuchs (3), Timo Seibel, Volker Ahr (1)