Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

• HSV Sobernheim 3 - HSV Alzey 2 32:23

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Willkommen in der stärksten B-Klasse aller Zeiten !

Endlich war es soweit, vorbei die Wochen und Monate der knochenharten Vorbereitung auf das Abenteuer B-Klasse. Seit dem 18.04.2019 floss der Trainingsschweiß in Strömen. Zahlreiche Spiele, ausnahmslos gegen höherklassige Gegner, wurden absolviert und in keiner dieser Partien ging der HSV Alzey als Verlierer vom Platz. Das weckte natürlich punktuell sportliche Begehrlichkeiten. Ist der HSV-Talentschuppen wirklich schon so weit, oder lässt sich die vorhandene Stressresistenz dann letztlich doch erst im geregelten Spielbetrieb auf Herz und Nieren überprüfen ?

Mit dem HSV Sobernheim hatten die Spielplangestalter einen Knaller zum Saisonstart terminiert. „Sgai Germany“, ein neuer Bezahlsender im Dschungel der nationalen Fernsehsender, hatte sofort reagiert und sich die Übertragungsrechte im Vorfeld gesichert. Ein Vorgeschmack dessen was auf die „Zwote“ des HSV Alzey während der anstehenden Runde alles einprasseln könnte. Als letztjähriger Meister der C-Klasse ist der Fokus nun von Anfang an ein anderer, die öffentliche Wahrnehmung exorbitant und das wurde bereits bei der Anreise zu den Felkestädtern überaus deutlich.

Die Sobernheimer wurden von dem Publikumsandrang wohl völlig überrascht. Die Parkplatzsituation erinnerte an große Musikfestivals, alles belegt. Spätestens da war auch dem letzten Zuschauer klar, dieses Event sprengt jeglichen Rahmen. Die altehrwürdige Dr. Werner Dümmler-Halle stand an diesem Sonntag Pate für ein sportliches Highlight, welches die altehrwürdige Felkestadt so noch nicht erlebte.

Beim HSV ( dem aus Alzey ) hatte die intensive Vorbereitung doch Spuren hinterlassen. Nicht jeder aus dem unerschöpflichen Pool von Spielwilligen überstand die schweißtreibenden Wochen verletzungsfrei, oder aber musste sich erst einmal von den ungeahnten Strapazen erholen. So war dann schnell die Devise für das Spiel ausgegeben: Noch nicht alle Karten aufdecken, was wegen der Fernsehliveübertragung auch durchaus sinnvoll erschien. Man verzichtete unter anderem auf Andi Büchse, Hans Moritz, Robert Dvorak, Markus Frey, Thomas Müller, Timo Seibel, Dirk Egner, Sascha Weinmann und weitere Akteure. So kam es, das der Talentschuppen Herren II, mit einem Durchschnittsalter von knapp über 18 Jahren die Herkulesaufgabe des ersten Saisonspieles anging. Vielleicht auch deswegen hatten die Gastgeber bei der Platzwahl ein Einsehen, sahen sie doch fast ausnahmslos in jugendliche Gesichter und überliesen den Gästen ( also uns ) großzügig den Anwurf zur Partie.

Zu diesem Zeitpunkt standen aber noch hunderte Fans des HSV Alzey in der Schlange vor dem einzig geöffneten Kassenhäuschen. Was sie verpassten war der Premierentreffer von Lukas Fuchs und ein Alzeyer 3:0 Blitzstart. Es schien fast so als wollten die Volkerstädter die Felkestädter aus deren eigener Halle schießen. Angetrieben von ihrem frenetischen Anhang hatten die Gastgeber aber umgehend Antworten parat. Zumeist von unserem ungenauen Passspiel profitierend, glichen sie in der 10 Spielminute zum 3:3 aus. Die Begegnung jetzt beidseitig fehlerbehaftet, keine Mannschaft konnte aber übermäßig großen Nutzen daraus generieren. Dennoch neigte sich das Pendel so langsam Richtung Gastgeber. Flo Kosiol und Dieter Jacob sorgten bis zur 20. Spielminute zwar für die 9:8 Führung, dann aber war es erstmal vorbei mit der Alzeyer Herrlichkeit. Das eigene Angriffsspiel zu drucklos, die Fehlerquote zu hoch und wenig bis gar kein Zugriff in der eigenen Deckung, eine grundsätzlich schlechte Gemengelage. Die „Barfüßler“ nutzten das gnadenlos aus, gingen mit 15:11 in Führung und nur Flo Kosiols Strafwurf zum 15:12 Pausenstand unterbrach deren Schaffensdrang.

Die Halbzeitbesprechung und Analyse war deshalb recht umfangreich, allgemeiner Tenor, nicht mehr so phlegmatisch agieren und die eigenen Stärken wieder zum Vorschein bringen.
Auch der Alzeyer Anhang war noch guten Mutes und sorgte stimmgewaltig für den nötigen Support auf den Rängen. Dieser verfehlte seine Wirkung nicht, kam jetzt das Alzeyer Spiel ins Rollen ?, zumindest schien es so. Auch der Start in Halbzeit zwei war ordentlich. Ein „Nordlichttreffer“ und der nächste erfolgreiche Kosiolsiebenmeter, in der 46. Spielminute war man beim 20:22 wieder in Schlagdistanz.
Duplizität der Ereignisse, analog zu Halbzeit eins ging nun die Fehlerquote wieder rasant nach oben, vielleicht fehlten aber auch einfach die spielerischen Mittel um das Sobernheimer Abwehrbollwerk nachhaltig in Bedrängnis zu bringen. Der Aufbau einer vernünftigen Drucksituation verpuffte meist schon nach dem zweiten oder dritten Pass, der Gegner nahm es dankbar an. Es folgte ein wahres Gegenstoßgewitter und beim 27:21 war klar in welche Richtung sich das Spiel bewegte. Selbst der Versuch der Schadensbegrenzung ging nur sehr bedingt auf, im Angriff lief nun nichts mehr zusammen, die ohnehin löchrige Abwehr versuchte diesen Gesamteindruck in den letzten Minuten noch zu steigern, mit Erfolg.
So feierten nach dem Schlußpfiff ausnahmslos die Gastgeber, der Meister der C-Klasse der Saison 2018/2019 war mit 31:23 deutlich bezwungen.

Headcoach Volker Ahr gab den zahlreichen Pressevertretern nach der Partie allerdings zu verstehen das aus dieser Begegnung sicherlich keine generelle Tendenz für den weiteren Saisonverlauf zu sehen ist.

Beim abschließenden „Italienischen Abend“ in der Ludwig-Jahn-Straße in Alzey, war spätestens mit dem Auftritt des italienischen Sängers ZuckerO, die Stimmung bei den Herren II wieder intakt.
Etliche Zugaben später und mit der Darbietung seines größten Hits „Andrà tutto bene, solo coraggio“ endete eine laue Sommernacht.

Bereits am kommenden Samstag wartet mit der HSG Zotzenheim ein weiterer harter Prüfstein für den HSV Alzey. Anpfiff der Begegnung ist um 16.00 Uhr in der GHS Alzey. Anmerkung hierbei für unsere Gäste. GHS steht für ( G )rößte( H )alle ( S )üdwestdeutschlands. Die Anfahrt ist ab der BAB ausgeschildert, ein gleichzeitig stattfindendes kleineres Fest an diesem Wochenende in Alzey sollte kein Hindernis bei der Parkplatzsuche verursachen. Noch ein Hinweis in eigener Sache. Die Dauerkartenbesitzer des HSV Alzey II beachten bitte das aufgrund des Hallenwechsels zur angestammten Heimspielstätte differierende Nummerierungen bezüglich des Sitzplatzanspruches bestehen können. Nachfragen können gerichtet werden an fragen@hsv-alzey.de

Für den HSV Alzey spielten:
Tor: Jürgen Söhnle
Feld: Max Laubner, Clemens Kreisel (3), Michael Müller, Flo Kosiol (9/7), Ecky Hofrath (1), Volker Ahr (1), Torsten Hanzlik (5), Lukas Fuchs (2), Dieter Jacob (2), Frank Stähr