Mit viel Elan aber wenig Glück ins neue Jahr

• HSC Ingelheim 3 - HSV Alzey 2 27:25

HSC Ingelheim 3 - HSV Alzey 2 27:25

Manch einer wird sich zum Start des Jahres 2023 verwundert die Augen gerieben haben, aber ja die 2. Mannschaft des HSV Alzey war daran ihr erstes Spiel seit Oktober (!!) 2022 zu bestreiten. In der Saisonplanung stand zwar noch ein Spiel im Dezember auf dem Terminkalender, aber dieses wurde kurzerhand verlegt. Offiziell durch krankheitsbedingte Ausfälle beim Gegner, doch „Die Presse“ hat aus vertraulichen Informationen gehört, das hier aufgrund einer anderen sportlichen Veranstaltung (irgendwas mit Füßen und Katar) der Termin in den Januar gelegt wurde, um dem weniger interessanten Event nicht die Fans und Einschaltquoten zu stehlen.
Somit konnte Coach Hofrath zum Jahresende volle Konzentration auf die Trainingseinheiten legen um für den „richtigen“ Start der Saison im Januar die Grundsteine zu legen.
Nach dem Jahresausklang samt Königswahl („Die Presse“ berichtete exklusiv von der Krönung Thomas I.) ging es in der ersten Januarwoche ohne Umschweife weiter mit einer vollen Woche mit Training und Testspiel um fit zu sein für den Angstgegner aus Ingelheim.
Denn in den vergangenen Jahren waren die Spiele gegen die Rotweinstädter stets auf Augenhöhe, gingen aber meistens knapp verloren.
Mit einem mulmigen Gefühl, aber vollem Kader, trat man also die Fahrt nach Ingelheim an.
Unterstützt wurde man hier wieder von zahlreichen mitgereisten Fans, unter anderem auch Ex-König und Torhüterlegende Hans Moritz.

Personell gab es einige wenige Veränderungen zu den ersten beiden Saisonspielen. Im Tor kam Tristan Eberle zu seinem Einstand bei den Herren 2, da man Christian Schipp Richtung Herren 1 auslieh und im Gegenzug die Dienste von Rückraum Steffen Doll für dieses Wochenende sichern konnte. Auf den Außenpositionen wurde rotiert und Michael „Wanderwart“ Müller kam für Sascha Weinmann in den Kader.

Coach Hofrath schwor die Mannschaft in der Kabine nochmal ein und erinnerte an die, in den letzten Wochen hart erarbeiteten Trainingsinhalte, ehe er die Männer auf die Platte schickte.
Den besseren Start ins Spiel legten aber die Gastgeber hin, welche nach 1min bereits 2:0 führten. Aber durch einen gehaltenen 7m und nun engagierterer Abwehrleistung konnte der HSV in Minute 6 den 3:3 Ausgleichstreffer erzielen und wenig später sogar, durch einen 7m Treffer von Lukas Fuchs, mit 3:5 in Führung gehen.

Die Spielfreude und Elan der Herren 2 führte dazu, dass der gegnerische Trainer bereits in der 11.Minute eine Auszeit nehmen musste um den Spielfluss zu unterbrechen.
Aber auch das funktionierte nur bedingt. So konnte man im weiteren Spielverlauf die Gastgeber stets auf einem 2-Tore Abstand halten, aber im Gegenzug auch nicht weiter davonziehen. Fehler auf beiden Seiten, sowie eine gute Torhüterleistung hielten das Spiel stets eng und die Menge in ihrem Bann.
Doch leider geschah gegen Ende der ersten Halbzeit wieder das, was die Herren 2 so grandios jedes Spiel schaffen, den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen. So gingen die Hausherren in der 22 Minute das erste Mal seit Spielminute eins wieder in Führung mit 12:11. Man ließ den Gegner zwar nicht davonziehen, ging aber lediglich mit einem 15:15 in die Halbzeitpause, obwohl hier eine leichte Führung verdient gewesen wäre.

In der Halbzeitanalyse versuchte Coach Ecky wiederholt den Fokus auf das Vermeiden einfacher Fehler zu legen, denn hier waren definitiv Punkte zu holen, welche man ungern liegen lassen würde in der engen Tabelle der stärksten B-Klasse aller Zeiten.

Mit frischen Mut starteten also die zweiten 30 Minuten in Ingelheim. In der Anfangsphase zeichnete sich aber das Bild aus der ersten Hälfte fort. Keines der beiden Teams schaffte es einen deutlichen Feldvorteil oder Vorsprung zu erspielen. Fehler beider Mannschaften hielten das Spiel eng und mehr und mehr Fans wanderten vom Parallelspiel der Herren 1 in der Nachbarhalle, zum spannenden Krimi der sich hier entwickelte.
Der kurzfristig von der ersten Mannschaft akquirierte Steffen Doll erzielte mit seinem bis hierhin dritten Treffer das 20:20 in der 44. Spielminute.
In der Halle saß niemand mehr, war man doch gespannt welche Mannschaft hier die Oberhand behalten würde. Die kleinsten Fehler machten hier nun den Unterschied und ließen die Waage sich in die ein oder andere Richtung neigen. Zum Leidwesen der Fans und Trainer Ecky, machte der HSV hier ein paar mehr im Vergleich zum Gegner. Vor allem Aluminumtreffer sammelte die „Zwote“ in dieser wichtigen Spielphase einige, so waren es die Ingelheimer, welche in der 54.Minute das erste Mal eine drei Toren Führung erzielten (24:21).
Doch man gab sich nicht auf und warf noch einmal alles in die Waagschale und wieder war es Steffen Doll der mit seinem fünften Treffer das 25:24 (56min) und damit die Hoffnung auf Punkte am Leben hielt. Hier nahm auch der Ingelheimer Coach eine Auszeit um letzte Justierungen vorzunehmen.
Die Ansage bei den Herren 2 war nun klar, sofern möglich kein Tor kassieren und selbst den Ausgleich erzielen. Sollte dies nicht gelingen, würde man mit einem 7. Feldspieler agieren um die letzte Chance zu bewahren.
Leider trat letzteres ein und Ingelheim erzielte das 26:24 (58min), mit leerem Tor versuchte man nun einen schnellen Treffer zu erzielen, was auch erfolgreich war.
26:25 stand auf der Anzeigetafel, die Halle stumm vor Anspannung und noch eine Minute zu spielen. Mit dem Rücken zur Wand versuchte man nun kein Gegentor zu bekommen.
Doch heute sollte es einfach wieder nicht sein. So erzielten die Hausherren kurz vor Schluss noch das 27:25 und damit die quasi Vorentscheidung. Es waren zwar noch 20 Sekunden zu spielen, aber der letzte 7 gegen 6 Angriff der Herren 2 ging Wort wörtlich in die Wolken und sicherte damit dem HSC Ingelheim den 27:25 Heimsieg.

Enttäuschte und niedergeschlagene Köpfe bei der „Zwoten“ war man hier doch mindestens auf Augenhöhe, wenn nicht sogar leicht im Vorteil. Aber am Ende zählt das Ergebnis.
Die Aufarbeitung der Partie starte auch sogleich beim Mannschaftsessen im Ingelheimer „Engel“ ehe die Heimreise angetreten wurde.

Viel Zeit für Anpassungen und taktische Maßnahmen bleibt Trainer Hofrath nicht, denn bereits am Folgetag stand die nächste Trainingseinheit und am kommenden Wochenende endlich das erste Heimspiel der Saison gegen Sobernheim auf dem Plan.

Für den HSV spielten:

Steffen Doll (5), Max Laubner, Thomas Müller (1), Michael Penkhues (1), Hannes Hagen Höpfner (3), Michael Müller, Janek Brand (3), Robert Dvorak (1), Timo Seibel (3), Torsten Hanzlik (1), Lukas Fuchs (7/5)

Tor: Jan Marko Grob, Tristan Eberle