Herren 3 schaffen Sensationssieg zum Saisonauftakt
Herren 3 schaffen Sensationssieg zum Saisonauftakt
SG Saulheim 3 – HSV Alzey 3 28:29
Irre Szenen am Sonntagabend 30.08. in Alzey, ausgelassene Stimmung, feiernde Fans in den Straßen und ein Autokorse vom Alzeyer Edelgriechen bis nach Saulheim, doch was war passiert?!
Einige Fans rieben sich verwundert die Augen ob dem frühen Start in die Saison 2026/2027 in der stärksten Bezirksklasse aller Zeiten. Entgegen dem üblichen Rundenstart pünktlich zum Alzeyer Winzerfest Mitte September, fiel der Startschuss zur neuen Saison bereits Ende August. Nicht nur eine Umstellung für die zahlreichen Fans der Herren 3, sondern auch für Spieler und Trainer.
Aber nicht nur der Start in die Runde war neu, aufmerksamen Leser*innen fällt auf, das die „Zwote“ nun die Dritte ist, denn um den jungen Wilden im Verein mehr Chancen zu geben, meldete der HSV zu dieser Saison eine weitere Herrenmannschaft.
Nur noch wenige können sich an die Zeit erinnern, als es schon mal die Herren 3 gab, aus dieser Zeit sind nur noch wenige „Zeitzeugen“ aktiv dabei. Doch nur, weil in der Mannschaftsnummerierung der Zähler nach oben ging, hieß das für die Mannschaft nicht weniger hart in der Sommervorbereitung zu arbeiten. Neben der bekannten kurzen „Sommerpause“ in der sich mehr mit dem großen Ball beschäftigt wurde, fing pünktlich nach der diesjährigen König Markus Wallfahrt Ende Juni die richtige Saisonvorbereitung an. In bekannter Manier gehörten hierzu zwei Trainingseinheiten die Woche, sowie das ein oder andere Testspiel, gegen zum Teil neue Mannschaften wie Waldsee oder Einhausen.
Selbst wenige Tage vor Rundenstart, absolvierte man noch ein Freundschaftsspiel gegen den HSC Ingelheim 2, auf die man auch noch während der Saison treffen wird.
Mit dem Schwung eines Sieges zum Vorbereitungsende, sollte es also am Sonntagabend 18 Uhr zur Primetime während der Ober-Saulheimer Kerb, zum Re-Match der Abschlussbegegnung der letzten Runde, SG Saulheim 3 – HSV Alzey 3 kommen. Das bei so einem Knallerspiel zum Rundenstart natürlich niemand bei der parallel stattfindenden Weinprobe sein sollte, haben die verantwortlichen vor Ort wohl nicht bedacht.
Zum personellen, wie sooft konnte Coach Ecky leider nicht aus „den vollen“ schöpfen, da das Verletzungs- und Krankheitspech weiterhin wie ein Fluch über der Mannschaft liegt, da half selbst der Wechsel zurück zur Herren 3 nichts. So fielen einige Alternativen, vor allem im Rückraum aus. Doch mit Robert Dvorak, konnte viel Erfahrung für den Rückraum (re)aktiviert werden, die noch wichtig werden sollte, bei einem Gegner, der gar nicht mehr weiß was verlieren bedeutet. Denn mit dem Auftaktgegner SG Saulheim 3, wartete nicht nur die Mannschaft, gegen die die letzte Runde beendet wurde, sondern auch der ungeschlagene Klassensieger der Saison 25/26. Jetzt fragt sich der ein oder andere sicher, warum man nach einer ungeschlagenen Saison nicht aufsteigt, nun ja darüber gibt es einige Spekulationen und Gerüchte (keine Lust weil zu anstrengend hust) an denen sich die Presse nicht beteiligen möchte. Fest stand, es wird kein einfaches Spiel werden, hatte man doch das letzte Aufeinandertreffen nach einer guten ersten Hälfte am Ende deutlich mit 40:21 verloren.
Aber treu nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ startete der HSV motiviert und mit Tatendrang in die erste Halbzeit der Saison. Wie schon im April, konnte die taktisch gut eingestellte Mannschaft von Coach Ecky, durch konzentrierte Abwehrarbeit den Gegner von Beginn an vor Herausforderungen stellen. Mit dem ersten Tor der neuen Saison durch Hannes H. Höpfner (1min) ging der HSV direkt in Führung.
Doch die Hausherren wurden nicht ohne Grund in der abgelaufenen Saison ungeschlagen Sieger der Bezirksliga und ließen sich nicht so einfach abschütteln, dennoch merkte man ihnen an, das sie sich den Start in die neue Runde anders vorgestellt hatten.
Mit fortschreiten der Partie konnte die SG Saulheim zwar kurzfristig durch einen 7-Meter Wurf in der 5. Spielminute den erstmaligen Ausgleich (4:4) erzielen, doch nur vier Minuten später erzielte Timm Braun mit seinem bereits 7! Tor, die deutliche 7:11 Führung für die „Dritte“.
Nun merkte man nicht nur den Gastgebern auf dem Feld, sondern der ganzen Halle an, dass hier etwas ganz Großes in der Luft liegen könnte. Mit einer Mischung aus (zu)viel Ehrgeiz, Euphorie und auch Frust, versuchte die SG nun die Schlagzahl in ihrem Tempospiel zu erhöhen und griff nun auch „beherzter“ in der Abwehr zu. Resultierend daraus, der Ausgleich zum 15:15 (16 min).
Doch anstatt nun einzubrechen, stemmte sich der HSV weiter dagegen und konnte mit einem knappen aber sehr beachtlichen 17:18 in die Pause gehen.
Und die Pause war auch bitter nötig, mit nur wenigen Optionen auf der Bank merkte man dem HSV zum Ende der ersten 30 Minuten an, dass die Luft dünner wird.
In der Pause dann auch ein deutliches Lob vom Coach, der eine richtig starke erste Hälfte gesehen hatte, aber auch mahnende Worte sprach. Wohl wissend, das der Gegner noch Luft nach oben hat und nun seinen ganzen Frust entladen wird.
So sollte es dann auch kommen. In einem größtenteils fairen Spiel, stachen nun dennoch der ein oder andere stark frustrierte Saulheimer durch unnötige Worttiraden, grenzwertige Abwehraktionen und viel Schimpferei dem Schiedsrichter entgegen auf.
Doch von all dem ließ man sich nicht weiter beirren. Selbst die zwischenzeitliche 22:21 Führung (46 min) der Hausherren, die einige schon als den Wendepunkt und dass aus der Sensation sahen, konnte die Moral der „Dritten“ nicht stoppen. Denn gerade als sich man einer Fragte, wie soll man das nochmal drehen, konnte mit einer starken Zusammenarbeit von Abwehr und Torhüter Tristan Herter sowie dem heute im Angriff gut aufgelegten Timm Braun die Führung wieder erlangt werden (22:23; 48 min).
Ein 7-Meter Tor der Hausherren zum 25:25 läutete die letzten zehn Minuten der Partie ein. Der HSV fast schon stehend K.O. stemmte sich weiter und weiter gegen die Niederlage und spielte nun sogar um Punkte gegen den Favoriten. Das nun auch die ein oder andere Schiedsrichterentscheidung für gegen die SG Saulheim und für den HSV fiel, gehört hier natürlich auch zur Wahrheit dazu. Dennoch war viel Moral von allen auf dem Platz nötig um weiter den Gegner unter Druck zu setzen und aktive Abwehrarbeit und wenigen Fehlern im Angriff.
Das Zähneklappern, Gebete sprechen und Fingernägel knabbern war nun im ausverkauften Ritter-Hundt-Zentrum von allen Seiten zu hören. Jede Aktion, jeder Wurf oder Parade wurde von den Fans beider Lager frenetisch gefeiert aber wer hier als Sieger vom Platz gehen würde, konnte niemand mehr vorhersehen. Kurz vor Ende der Partie, gingen die Hausherren noch einmal in Führung (27:26; 56 min). Doch der HSV wollte sich nicht niederstrecken lassen. Durch Unkonzentriertheit der Gastgeber und etwas Schiri Glück, gewann der HSV wiederholt den Ball in der Abwehr und konnte durch Timm (27:27) und T. Müller (27:28) die Führung erzielen (58 min). Jetzt hieß es cool bleiben, den gegnerischen Angriff verteidigen und mindestens ein Punkt wäre sicher. Die vor Wut und Verzweiflung kochenden Hausherren liefen an, prallten aber wortwörtlich mit einem Stürmerfoul an Sebbes Boos ab, sodass der HSV 90 Sekunden vor Ende den Ball und damit eine wichtige Vorentscheidung in den Händen hielt. Nur kein leichtsinniger Ballverlust, genug Zeit herunterspielen und dann das Ding reinmachen. Klingt so einfach, ist aber ganz schwer. Mit dem Druck der tausenden Fans in der Halle schaffte es die HSV Offensive durch einen letzten druckvollen Angriff, Linksaußen Hannes H. Höpfner freizuspielen. In einem Sprung, der gefühlt in Zeitlupe ablief und dem ein oder anderen der Atem stockte, flog der Ball in die lange Ecke zur 27:29 Führung (59 min). Doch noch hielt sich die Ekstase in Grenzen. Noch war hier nichts gewonnen, denn die SG konnte den 28:29 Anschlusstreffer erzielen und kam nur kurz darauf noch einmal in Ballgewinn. Den Punkt zwar sicher, wollte man nun doch die Sensation schaffen. Nach fast 60 Minuten Kampf und Moral, hing also alles vom letzten Angriff der Heimmannschaft ab. Hielt eben der HSV noch dem Druck Stand, versagten beim letzten Versuch der SG die Nerven. Ein schlampig gespielter Pass auf der linken Angriffsseite führt zum Ballverlust und mit 20 Sekunden auf der zu einem Gegenstoß für den HSV und als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht, spielten T. Müller und Timm Braun die Sekunden taktisch klug herunter, bis zur erlösenden Sirene.
Ein kurzer Moment Stille, danach pure Ekstase. So hatte der HSV Alzey 3 hier wirklich zum Saisonauftakt die Sensation geschafft. Nach 16 Spielen ungeschlagen und dem Titel der letzten Saison, die erste Niederlage für die SG Saulheim 3.
Auf den Rängen wie dem Platz kein Halten mehr. Ein Tag für die Geschichtsbücher, selbst Coach Ecky war sprachlos und das kommt selten vor. Ein Sieg den niemand, nicht einmal die größten Optimisten für möglich hielten. Aber die alte Weisheit „Jedes Spiel muss erst gespielt werden“ bewahrheitete sich an diesem Abend mal wieder. Teamgeist, Moral und das Quäntchen Glück führten zu zwei verdienten Punkten zum Rundenstart.
Aber wenig Zeit zum Ausruhen bleibt dem HSV nicht, neben einem Testspiel unter der Woche, steht bereits am 05.09. die nächste Partie an.
Dann gegen den Mainzer TV 1817 2 wieder zur Primetime um 18 Uhr beim Heimspielauftakt in der frisch renovierten Rundsporthalle für die es spätestens ab jetzt nur noch schwer sein wird an Karten zu kommen.
Für den HSV spielten:
Tor:
Tristan Herter, Jürgen Söhnle
Feld:
Timm Braun (13/1), Robert Dvorak, Michael Müller, Timo Seibel, Sebastian „Sebbes“ Boos, Christian Schipp (1/1), Hannes Hagen Höpfner (6), Thomas Müller (6), Markus Frey (3)
Spielbericht Presseabteilung Herren 3 – Timo Seibel